Sonntag, 30. August 2009
bitterer Kaffee
Nach einer Woche Kofferpacken & Abschiedstränen beginnt morgen Früh am Frankfurter Flughafen meine Reise nach Kolumbien- & ich habe das Gefühl- auch ein komplett neuer Lebensabschnitt.
Um meinen Abschiedssituation zu beschreiben, klaue ich mir mal ein paar Worte aus dem Buch "Ardiente Paciencia" von Antonio Skármeta.
Dieses endet mit der Antwort "No gracias. Lo tomo amargo." (Nein danke. Ich trinke ihn bitter.") auf die Frage, ob man Zucker in den Kaffee möchte.
-Zwar habe ich nicht wie der Befragte im Buch einen Militärputsch hinter mir, aber mich erwartet ein ziemlich schwerer- und bitterer- Abschied.
Ich bin mir aber sicher, dass mich nach diesem bitteren Schluck Kaffee, ein aufregendes Jahr erwartet & sich der schwere Abschied lohnt.
Meinen nächsten "Post", wie es im "Blog"- Chargon heißt,werde ich also in Kolumbien verfassen- vielleicht während ich leckeren kolumbianisches Kaffee schlürfe.
Freitag, 28. August 2009
Tohuwabohu
Was nimmt man mit, wenn man alles für das nächste Jahr in 2 Koffer packen muss?
Fliegt es wohl auf, wenn man die beste Freundin in einem der Koffer versteckt?
Muss man wirklich 2Kilo Medikamente mitnehmen nur um die eigene Mutter zu beruhigen?
Auch in der Brustgegend beginnt es langsam unruhig zu werden.
Wer fährt meine Oma spazieren, wenn ich weg bin?
Wie viel verpasse ich, wenn ich mein 3-jähriges Patenkind für ein Jahr nicht merh sehet?
Was nutzen mir die 2Kilo Medikamente, wenn mir meine Mama keinen Kamillentee ans Bett bringt?
So, genauere Angaben gibt es momentan nicht, da ich mich wieder dem Chaos meines Gepäckes widme.
Für Tipps hätte ich aber ein offenes Ohr!
Donnerstag, 20. August 2009
dann mach ich mal den Anfang
Bevor ich jetzt aber zur Tagesroutine übergehe & von meinen letzten Vorbereitungen berichte, kläre ich Euch erstmal auf, was Ihr denn unter "weltwärts in Cali" zu verstehen habt & was ich das nächste Jahr über machen werde.
Im Rahmen des Weltwärts-Programmes des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit unf Entwicklung) werde ich ein entwicklungspolitisches Jahr in Kolumbien verbringen.
Wohnen werde ich das gesamte Jahr über in Cali.
Meine Arbeitsstellen werde ich jedoch alle 2 Monate wechseln.
Neben der Schule meiner Entsendeorganisation Schule fürs Leben e.V.: Colegio de las Aguas, deren Wahrzeichen ein kleiner Schmetterling-mariposa auf Spanisch- ist, werde ich noch in anderen Projekten mithelfen dürfen.
Über den genauen Ablauf weiß ich selbst noch nicht genau bescheid, hier aber schonmal eine Übersicht- im Miniformat.
Colegio de las Aguas:
Wie schon erwähnt, handelt es sich hierbei um die Schule, die von meiner Entsendeorganisation vor 4 Jahren gegründet wurde. Sie befindet sich in Montebello, einem Vorort von Cali, in dem viele innerkolumbianische Flüchtlinge leben.
Den Kindern in Montebello wird durch den Staat keine Schulbildung ermöglicht.
Das Colegio de las Aguas versucht diese Lücke zu füllen und den Kindern vor Ort den Schulbesuch zu ermöglichen.
Die Schule besteht aus 2 Bereichen:
1. Grundschule (Klasse 1-5)
Aufgabe der Freiwilligen hier ist vorallem die Gestaltung des Englischunterrichts, sowie des Freizeitprogrammes in Form von Theater- AGs bis Fußball... hier sind vorallem unsere eigenen Begabungen gefragt.
2. Ausbildung als "Guaduaner"
- Der Gründer der "Schule fürs Leben", sowie die 1. Vorsitzende des Vereins sind beide Architekten. -Sie ist auch Professorin in Frankfurt.
Seit letztem Jahr gibt es auch eine Berufsschule, die ihre Schüler im Umgang mit Guadua( eine Bambusart, die massiver als ein Laternenmast ist) ausbildet. Die aktuellen Schüler haben bereits eigene Häuser gebaut, produzieren aber auch kleinere Möbelstücke.
Hogar de la Luz- Waisenheim für Mädchen:
Hierbei handelt es sich um ein Heim, das Mädchen aufnimmt, die entweder verwaist sind oder deren Eltern sich nicht um sie kümmern (können). Diese Mädchen sind oft Opfer sexueller Gewalt gewesen und teilweise bereits drogenabhängig auf die Welt gekommen.
Hier wird ebenfalls ein Freiwilliger mit den Mädchen ihren Alltag bewältigen.
Desweiteren gibt es hier eine Schmuckwerkstatt und Näherei, in der ebenfalls ein Freiwilliger eingesetzt wird.
Fundación para la Vida:
diese ist für die Öffentlichkeitsarbeit des Colegio de las Aguas verantwortlich, koordiniert alles.
Als Freiwilliger muss man Öffentlichkeitsarbeit leisten und vers. Veranstaltungen organisieren- Vor kurzem wurde z.B. eine Theatergruppe in das Colegio de las Aguas eingeladen.
Bücherei:
in diese Bücherei kommen insgesamt 7 verschiedene Schulen. Desweiteren bemüht sie sich auch Erwachsenen einen Rahmen zu bieten um das Lesen zu erlernen.
Aufgabe des Freiwilligen ist es Projekte, wie Literaturwettbewerbe oder einen Lesemarathon aus die Beine zu stellen.
Deutsche Schule in Cali:
Hierbei handelt es sich um eine Privatschule, die mit dem Colegio de las Aguas kooperiert.
Z.B. können "unsere Schüler" ihre Sportplätze & Computerräume mitnutzen.
Hier werde ich unter anderem in der Kinderkrippe mitarbeiten.
Es geht aber vorallem darum die Kooperation weiter auszubauen und "unsere Schüler" vor Ort zu betreuen.
