Auf dem untersten Bild seht Ihr übrigens meiner Mädels in der prallen Mittagssonne leiden: vorne: Mandy hinten in brünett: Michaela & hinten in blond: Nana
Bis jetzt habe ich Montebello nur als Besucherin kennengelernt.
- Verteilt auf díe Ladeflächen von 2 Jeeps haben wir Cali verlassen & haben mit ächzenden Motoren den Hügel nach Montebello erklommen.
Die Straßen sind eng & staubig & so beschaffen, dass ich mich hin und wieder
ängstlich an der Ladefläche oder meiner Nebensitzerin festgeklammert habe, um nicht über Bord zu gehen. -Trotz anfänglichem Unbehagen nachdem ich ja unsere gut ausgebauten Straßen in Deutschland gewöhnt bin, macht mir diese Transportart aber viel Spaß.
(Die meisten Caleños fahren mit Jeeps ,die außerhalb des Stadtzentrums eine Art Busverbindung darstellen, zur Arbeit. Diese sind dann jedoch nicht nur, wie in unserem Fall, mit 8 Personen sondern auch mal mit 14 oder mehr beladen. Dabei stehen 2 Personen außerhalb des Jeeps auf Brettern und klammern sich fest.
- Alleridngs nur Männer, für eien Frau schickt sich das nach kolumbianischer Ansicht nicht.)
Am Straßenrand drängen sich kleine Hütten, die meist aus Holz oder Bambus beschaffen sind und in deren 1. Stock man meistens die Bewohner genaustens beobachten kann oder man auch manchmal kleine Läden verstecken.
Das Colegio de las Auguas befindet sich am Stadtrand und grenzt an den Urwald an. -Da es in den letzten Wochen jedoh kaum geregnet hat, macht er einen etwas kümmerlichen & vertrockneten Eindruck.
Hierin lässt sich jedoch auch Guadua finden, mit dem auch Teile des neuen Schulgebäudes und der Mariposa -dem Essenssaal und Küche der Schule- gebaut wurden .
In der Mariposa wird das Regenwasser aufgefangen, wodurch es inzwischen Schultoiletten mit fließensd Wasser gibt. -Was sonst bis jetzt nur 6 Haushalte in Montebello besitzen.
Hier findet sich auch meine 1. Arbeitsstelle. -Ab Montag besuchen wir einen 3-tägigen Workshop, in dem wir im Umgang mit Guadua unterwiesen werden und ab Donnerstag werde ich mich auf dem Bau versuchen.
Zwischen den Schulgebäuden und der Mariposa soll ein Verbindungsgang aus Guadua entstehen- als Schutz vor Regen und um die Sicherheit der Schüler zu garantieren, an dem ich mitbauen werde.
Armenia
Um uns das Ankommen in unserer neuen Heimat zu erleichtern, durften wir einige Tage in Armenia verbringen, das 3 Busstunden nordöstlich von Cali entfernt liegt.
Zu Armenia kann man nur sagen, dass es wunderschön ist- und dass ich schnellstmöglich versuchen werde Fotos hochzuladen.
Wir haben viel besichtigt und ich habe die Landschaft teilweise auch auf einem Pferderücken erkundet- hierbei hat der südamerikanische Reitstil mir jedoch ein paar schmerzhafte Erinnerungen hinterlassen.
Dass die Natur nicht nur wunderschön, sondern auch unbeugsam ist, haben wir am eigenen Leib erfahren, als wir ein Dorf besuchen wollten, dass nach einem Erdbeben mit deutscher Aufbauhilfe nur aus Guadua wieder aufgebaut wurde, das so elastich ist, dass das Dorf einem erneuten Erdbeben standhalten könnte.
Unser Bus blieb am Rande eines Flusses stecken & musste rückwärts wieder zurück fahren- noch 2h Fußmarsch vom Dorf entfernt.
Nach einer demokratischen Abtsimmung musste ich mich der Mehrheit fügen & es ging nicht weiter zu Fuß zum Dorf.
Stattdessen haben wir uns die Füße im Fluss gekühlt & den Schweiß von der Stirn gewaschen- bis meine Beine mit schwarzen Würmern überseht waren (Blutegel?) & ich ganz zivilisationsgewöhntes Mädchen kreischend auf den nächsten Stein gehechtet bin.
Als Ausgleich habe ich am Abend jedoch noch einen großen Schritt in Richtung Kolumbianern gemacht und von unserem Busfahrer meine 1. Salsastunde bekommen.
Dabei war schön zu beobachten, dass es deutschen Männerbeinen ziemlich schwer fällt, sich zu bewegen, wenn sie keinen Fußball haben, dem sie hinterherrennen können.
Momentan fällt es mir ziemlich schwer ein erstes Fazit zu ziehen, da ich von neuen Eindrücken überflutet werde.
Ich habe Kolumbien schon bevor iche es kannte, zu lieben begonnen.
Vorallem aufgrund der schönen Erfahrungen die mein Bruder von seiner Backpacker-Tour durch Kolumbien mitbrachte & einer tollen Kolumbianerin, die während meiner Schulzeit Montag morgens im Spanischunterricht meist noch einen Schluck Kaffee für mich übrig hatte.
Viele Deutsche verbinden mit Kolumbien nur Kokshandel, Armut & Gewalt. -Oder im besseren Fall Kaffee, Latinas & Hängematten.
Für mich ist Kolumbien jedoch gleichzeitig ein Paradies.
Man sagt eine Münze hat immer 2 Seiten - für Kolumbien heißt dies zwar einerseits Armut & Gewalt. Die andere Seite zeigt jedoch eine Natur deren Schönheit & Menschen deren Herzlichkeit jeden in ihren Bann ziehen.
Und wenn man deise Münze regelmäßig fallen lässt, scheint viel öfters die 2.Seite oben aufzukommen.
Entschuldigt, dass mein Eintrag so lange hat auf sich warten lassen. Aber bis jetzt sitze ich noch ohne Internet in meiner Klosterzelle.
Hoffe´aber, dass sich das bald ändert.

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